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Buttering-Floating-Verfahren

Fliesen-Glossar

Das Buttering-Floating-Verfahren ist eine professionelle Verlegetechnik im Fliesenhandwerk, bei der der Fliesenkleber sowohl auf den Untergrund als auch auf die Rückseite der Fliese aufgetragen wird. Durch diese doppelseitige Benetzung entsteht ein nahezu vollflächiger Verbund zwischen Fliese und Untergrund – ein entscheidender Qualitätsfaktor, der weit über das hinausgeht, was mit einfachem Kammzugauftrag allein erreichbar ist.

Was bedeutet Buttering und Floating genau?

Der Begriff setzt sich aus zwei englischen Fachausdrücken zusammen. Floating bezeichnet das Aufziehen des Klebers auf den Untergrund mit der Zahntraufel – der Kleber wird flächig aufgetragen und mit dem Zahnprofil strukturiert, sodass definierte Stege entstehen. Buttering meint das zusätzliche Einbuttern der Fliesenrückseite: Der Kleber wird direkt auf die Rückseite der Fliese aufgetragen und leicht eingearbeitet, sodass alle Hohlräume der Rückenstruktur gefüllt werden. Erst das Zusammenführen beider Seiten ergibt den vollflächigen Verbund, der für dauerhaft belastbare Verlegungen notwendig ist.

Wichtig ist dabei die Frischbett-Methode: Beide Kleberlagen müssen noch frisch und offen sein, wenn die Fliese eingelegt wird. Wer zu lange wartet, riskiert eine Hautbildung auf dem Kleber – dann haftet nichts mehr richtig, egal wie viel Material aufgetragen wurde.

Wann ist das Verfahren vorgeschrieben oder dringend empfohlen?

Die DIN 18157 sowie die Merkblätter des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und des Industrieverbands Keramik (IVK) fordern für bestimmte Anwendungsbereiche einen Mindestrückseitenverbund. Bei Großformaten ab etwa 60 x 60 cm, bei Feinsteinzeug mit geringer Rückenstruktur, im Außenbereich, in Schwimmbädern sowie auf Fußbodenheizungen ist das Buttering-Floating-Verfahren in der Regel zwingend. Der Grund: Großformatige oder dichte Fliesen lassen sich durch einfachen Kammzugauftrag allein nicht vollflächig benetzen – die Zahnstege überbrücken die Rückseite nicht ausreichend.

  • Großformatfliesen und Feinsteinzeug
  • Außenbereiche und Fassaden (Frost-Tau-Wechsel)
  • Schwimmbäder und dauerhaft feuchte Bereiche
  • Fußbodenheizungen (Wärmeübertragung erfordert vollflächigen Kontakt)
  • Naturstein mit empfindlicher Rückseite

In diesen Bereichen ist ein Verbundgrad von mindestens 90 Prozent der Fliesenfläche gefordert – im Außenbereich sogar nahezu 100 Prozent, um Wasseransammlungen unter der Fliese zu verhindern, die bei Frost zur Absprengung führen können.

Typische Fehler und Missverständnisse in der Praxis

Ein verbreitetes Missverständnis ist die Annahme, mehr Kleber auf dem Untergrund ersetze das Buttering der Rückseite. Das stimmt nicht: Ohne direktes Einarbeiten des Klebers in die Rückenstruktur bleiben Hohlräume, die langfristig zu Hohllagen, Rissen oder abgeplatzten Fliesen führen. Ein weiterer Fehler ist das Verarbeiten von angetrocknetem Kleber – die sogenannte Topfzeit und offene Zeit des jeweiligen Produkts müssen strikt eingehalten werden. Außerdem wird das Verfahren gelegentlich mit dem einfachen Doppelauftrag verwechselt: Beim Buttering-Floating wird der Kleber auf der Rückseite aktiv eingearbeitet, nicht nur aufgetragen. Das macht den entscheidenden Unterschied für einen dauerhaften Verbund.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Buttering-Floating und normalem Kammzugauftrag?

Beim normalen Kammzugauftrag wird der Kleber nur auf den Untergrund aufgezogen, die Fliesenrückseite bleibt unbehandelt. Beim Buttering-Floating wird zusätzlich die Rückseite der Fliese eingebuttert, was einen deutlich höheren und gleichmäßigeren Verbundgrad erzeugt.

Muss ich das Buttering-Floating-Verfahren immer anwenden?

Nein, bei kleinen Wandfliesen in Innenbereichen reicht oft der einfache Kammzugauftrag. Bei Großformaten, im Außenbereich, auf Fußbodenheizungen oder in Nassbereichen ist das Verfahren jedoch nach den geltenden Fachregeln verpflichtend.

Welcher Kleber eignet sich für das Buttering-Floating-Verfahren?

Es sollten flexible, standfeste Fliesenkleber der Klasse C2 (nach EN 12004) verwendet werden, die ausreichend Verarbeitungszeit bieten. Für Außenbereiche und Schwimmbäder empfehlen sich zusätzlich wasserbeständige und frostsichere Produkte.

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