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Silikonfugen erneuern: Schimmel vermeiden, sauber abdichten

Pflege, Reparatur & Werterhalt

Eine schwarz verfärbte oder rissige Silikonfuge ist mehr als ein optisches Problem. Sobald das Silikon porös wird oder sich vom Untergrund ablöst, dringt Feuchtigkeit hinter die Fliesen – mit allen Folgen für Abdichtung, Putz und im schlimmsten Fall für die Bausubstanz. In unserer täglichen Arbeit als Fliesenleger sehen wir häufig, dass Silikonfugen viel zu lange im Einsatz bleiben oder beim Erneuern handwerkliche Fehler gemacht werden, die das Problem nur verschieben. Dieser Ratgeber zeigt, wie man es richtig macht.

Warum Silikonfugen regelmäßig erneuert werden müssen

Silikon ist ein elastisches Dichtmaterial und kein Fugenmörtel. Es nimmt Bewegungen zwischen Wand und Boden, zwischen Wanne und Fliese oder zwischen zwei verschiedenen Bauteilen auf. Genau diese Flexibilität macht es unverzichtbar – aber auch anfällig. Mit der Zeit verhärtet Silikon, verliert seine Elastizität und reißt auf. Schimmelsporen setzen sich in der porösen Oberfläche fest, die sich mit haushaltsüblichen Mitteln kaum noch vollständig beseitigen lassen. Spätestens dann ist eine vollständige Erneuerung nötig.

Als Faustregel gilt: Silikonfugen im Nassbereich sollten alle fünf bis zehn Jahre erneuert werden – je nach Beanspruchung, Lüftungsverhalten und Pflege auch früher. Eine regelmäßige Sichtprüfung kostet nichts und spart im Zweifel eine aufwändige Badsanierung.

Schritt 1: Alte Silikonfuge vollständig entfernen

Der häufigste Fehler beim Heimwerken: neues Silikon einfach über das alte auftragen. Das hält nicht dauerhaft, weil neues Silikon auf altem Silikon keine belastbare Verbindung eingeht. Die alte Fuge muss vollständig raus.

  • Fugenmesser oder Cuttermesser: Zunächst das Silikon beidseitig entlang der Fliesen- und Wannenkante einschneiden.
  • Fugenziehwerkzeug: Die Masse lässt sich dann oft als zusammenhängendes Stück herausziehen.
  • Silikon-Entferner: Hartnäckige Reste löst ein spezieller Silikonlöser (Einwirkzeit beachten), danach mechanisch mit einem Kunststoffspachtel nacharbeiten – keine Metallklingen auf Acrylwannen.
  • Rückstände auf Null: Der Untergrund muss am Ende absolut frei von alten Silikonresten sein, sonst haftet das neue Material nicht zuverlässig.

Schritt 2: Untergrund reinigen und trocknen lassen

Nach dem Entfernen der alten Fuge den Fugengrund gründlich mit Isopropylalkohol oder einem geeigneten Fugenhaftgrund reinigen. Das entfernt Fett, Seifenreste und unsichtbare Schimmelsporen. Danach gilt: mindestens 24 Stunden trocknen lassen, bevor neues Silikon aufgetragen wird. Restfeuchte ist einer der Hauptgründe, warum Silikon frühzeitig versagt oder sich ablöst. Im Sommer bei guter Lüftung reichen manchmal auch 12 Stunden – im Zweifel lieber länger warten.

Schritt 3: Neue Silikonfuge sauber einbringen

Für Nassbereiche ausschließlich sanitäres Silikon mit Fungizidschutz verwenden – erkennbar am Aufdruck „Sanitary" oder „Bad & Küche". Normales Bausilikon ist nicht für dauerhaft feuchte Bereiche geeignet. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt ein Produkt mit ausgewiesenem Schimmelschutz.

  1. Fugenränder beidseitig mit Malerkrepp abkleben – für eine saubere, gerade Kante.
  2. Silikon gleichmäßig und ohne Unterbrechung in die Fuge einbringen.
  3. Mit einem angefeuchteten Finger oder einem Fugenglätter in einem Zug abziehen – nicht mehrfach nachfahren.
  4. Klebeband sofort (!) entfernen, solange das Silikon noch frisch ist.
  5. Aushärtezeit einhalten: Je nach Produkt 24 bis 48 Stunden nicht befeuchten.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Randfuge zwischen Wand und Boden sowie zwischen Wanne oder Duschtasse und der angrenzenden Wandfliese. Diese Bereiche sind besonders bewegungsintensiv und müssen zwingend mit Silikon – niemals mit starrem Fugenmörtel – verschlossen werden.

Schimmelprävention: Was wirklich hilft

Fungizides Silikon allein reicht nicht, wenn die Randbedingungen nicht stimmen. Schimmel entsteht dort, wo dauerhaft Feuchtigkeit auf organische Partikel (Seife, Hautschuppen, Kalkablagerungen) trifft. Folgende Maßnahmen verlängern die Lebensdauer der neuen Fuge spürbar:

  • Lüften nach dem Duschen: Fenster öffnen oder Lüftung einschalten, bis Spiegel und Fliesen abgetrocknet sind.
  • Fugen trocken wischen: Besonders die Fuge zwischen Wanne und Wand nach jedem Duschen kurz abziehen oder trockenreiben.
  • Kalkablagerungen regelmäßig entfernen: Kalk ist ein idealer Nährboden für Schimmel. Essigreiniger oder Citronensäure helfen – aber niemals auf Naturstein.
  • Keine Reiniger auf Chlorbasis dauerhaft einsetzen: Sie greifen das Silikon langfristig an.

Wann sollte ein Fachbetrieb ran?

Wer handwerklich geschickt ist, kann eine einzelne Silikonfuge selbst erneuern. Sobald aber mehrere Fugen betroffen sind, Schimmel bereits hinter die Fliesen gezogen ist oder die Abdichtung unter dem Belag geprüft werden muss, ist professionelle Hilfe sinnvoll. Wir übernehmen nicht nur das saubere Einbringen neuer Fugen, sondern prüfen dabei auch, ob der Untergrund noch in Ordnung ist – und ob eine umfassendere Maßnahme nötig wird. Sprechen Sie uns gerne an: Jetzt Beratung anfragen.

Häufige Fragen

Kann ich schwarzes Silikon einfach mit weißem überstreichen oder überkleben?

Nein. Farbe oder Abdeckstreifen kaschieren das Problem nur optisch, lösen es aber nicht. Schimmel unter dem Silikon wächst weiter, und neue Beschichtungen haften auf altem Silikon nicht dauerhaft. Die alte Fuge muss vollständig entfernt werden.

Wie lange hält eine neu eingebrachte Silikonfuge im Badezimmer?

Bei fachgerechter Ausführung, geeignetem Sanitärsilikon und regelmäßiger Pflege sind fünf bis zehn Jahre realistisch. Schlechte Belüftung, aggressive Reiniger oder mechanische Belastung verkürzen die Lebensdauer deutlich.

Welcher Unterschied besteht zwischen Silikonfuge und Verfugung mit Fugenmörtel?

Fugenmörtel ist ein starres Material für die Fläche zwischen den Fliesen. Silikonfugen sind elastisch und werden ausschließlich an Bewegungsfugen eingesetzt – also überall dort, wo zwei verschiedene Bauteile aufeinandertreffen, zum Beispiel Wand und Boden oder Wanne und Fliese. Starrer Mörtel an diesen Stellen würde reißen.

Kann Schimmel in der Silikonfuge gesundheitsschädlich sein?

Ja, bestimmte Schimmelarten geben Sporen und Mykotoxine ab, die die Atemwege reizen können – besonders bei Kindern, älteren Menschen oder Allergikern. Sichtbarer Schimmel im Nassbereich sollte daher nicht ignoriert, sondern fachgerecht entfernt und die Ursache behoben werden.

Team Fliesenfachbetrieb Theis
Über den Verfasser

Fliesenfachbetrieb Theis · Meisterbetrieb seit 1981

Dieser Beitrag stammt aus der Praxis unseres Meisterbetriebs in Taunusstein. Seit über 40 Jahren verlegen wir Fliesen, sanieren Bäder und gestalten Außenbereiche im gesamten Rhein-Main- und Taunus-Gebiet – vom ersten Aufmaß bis zur fertigen Fläche.

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