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Großformat

Fliesen-Glossar

Großformat bezeichnet im Fliesenbau Fliesen und Platten ab einer Kantenlänge von etwa 60 × 60 cm, wobei die Obergrenze nach oben offen ist – sogenannte XXL-Platten erreichen heute Abmessungen von 160 × 320 cm und mehr. Die Beliebtheit dieser Formate ist in den letzten Jahren stark gestiegen, weil sie Räumen eine großzügige, ruhige Optik verleihen. Wer Großformate verlegen lässt, sollte jedoch wissen, dass sie handwerklich deutlich anspruchsvoller sind als klassische Standardformate.

Was gilt als Großformat – und warum die Abgrenzung fließend ist

Eine verbindliche Norm, die den Begriff Großformat exakt definiert, existiert nicht. In der Praxis hat sich die Grenze bei etwa 60 × 60 cm etabliert. Alles darunter gilt als Standardformat, alles darüber als Großformat. Innerhalb dieser Kategorie unterscheidet das Fachhandwerk grob zwischen großen Formaten (60 × 60 cm bis 90 × 90 cm), sehr großen Formaten (90 × 90 cm bis 120 × 120 cm) und XXL- oder Slab-Platten, die häufig aus Feinsteinzeug, Keramik oder Naturstein bestehen und ganze Wandflächen ohne eine einzige Fuge abdecken können.

Wichtig zu verstehen: Die Formatgröße allein sagt nichts über die Qualität oder Eignung einer Fliese aus. Entscheidend sind Materialstärke, Ebenheitstoleranz der Platte selbst sowie die Anforderungen an den Untergrund und das Verlegesystem.

Anforderungen an Untergrund, Mörtel und Verlegung

Großformate verzeihen keine Unebenheiten. Je größer die Platte, desto strenger sind die Anforderungen an die Ebenheit des Untergrunds – und an die vollflächige Mörtelbettung. Gemäß DIN 18157 und den Merkblättern des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes gilt: Der Mörtel muss mindestens 95 Prozent der Fliesenfläche tragen (bei erhöhten Anforderungen sogar vollflächig), weil sonst Hohllagen entstehen, die zu Rissen oder Abplatzungen führen. In der Praxis arbeiten wir deshalb mit dem sogenannten Buttering-Floating-Verfahren – der Kleber wird sowohl auf den Untergrund als auch auf die Fliesenrückseite aufgetragen.

  • Untergrundprüfung auf Ebenheit nach DIN 18202 ist Pflicht vor der Verlegung
  • Flexibler Dünnbettmörtel oder Mittelbettmörtel je nach Plattengewicht und Untergrund wählen
  • Großformate erfordern oft Saugheber und Verlegehilfen – Handverlegung ist ab bestimmten Gewichten nicht mehr sicher möglich
  • Fugenbreite und Dehnungsfugen nach DIN 18157 einplanen, auch wenn optisch möglichst wenige Fugen gewünscht sind

Ein häufiger Fehler in der Praxis: Der Wunsch nach fugenarmer Optik verleitet dazu, Fugen zu schmal oder ganz wegzulassen. Das ist technisch falsch und kann zu Schäden durch thermische Ausdehnung führen. Selbst bei Großformaten sind Mindestfugenbreiten einzuhalten.

Optische Wirkung und typische Missverständnisse

Der größte Vorteil von Großformaten liegt in der Raumwirkung: Weniger Fugen bedeuten eine ruhigere, homogenere Fläche, die Räume optisch größer erscheinen lässt. Besonders in offenen Wohn- und Badezimmerbereichen ist dieser Effekt ausgeprägt. Allerdings hält sich hartnäckig das Missverständnis, dass Großformate grundsätzlich pflegeleichter seien. Tatsächlich sind die Fugen zwar weniger, aber Fingerabdrücke und Verschmutzungen auf großen, glatten Oberflächen fallen oft stärker auf als auf strukturierten Kleinformaten.

Verwandte Begriffe, die im Zusammenhang mit Großformaten häufig auftauchen, sind Feinsteinzeug (das häufigste Material für XXL-Platten), Rektifizierung (präzises Nachschneiden der Kanten für engere Fugen) sowie Hohllagenmessung (Klopfprobe oder messtechnische Prüfung nach der Verlegung). Wer diese Zusammenhänge kennt, kann die Qualität einer Großformatverlegung besser einschätzen.

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FAQ

Häufige Fragen

Was gilt als Großformat bei Fliesen?

Als Großformat gelten Fliesen ab einer Kantenlänge von etwa 60 × 60 cm. Eine einheitliche Norm gibt es nicht, aber diese Grenze hat sich in der Fliesenbaupraxis allgemein durchgesetzt.

Warum sind Großformate schwieriger zu verlegen als kleine Fliesen?

Großformate stellen extrem hohe Anforderungen an die Ebenheit des Untergrunds und müssen vollflächig im Mörtelbett eingebettet sein, um Hohllagen zu vermeiden. Zudem sind die Platten schwer und sperrig, sodass spezielle Werkzeuge wie Saugheber notwendig sind.

Kann man bei Großformaten auf Fugen verzichten?

Nein, auch bei Großformaten sind Mindestfugenbreiten technisch vorgeschrieben, um Spannungen durch thermische Ausdehnung aufzunehmen. Wer Fugen ganz weglässt, riskiert Risse und Abplatzungen – unabhängig davon, wie eben der Untergrund ist.

Weitere Begriffe

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