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Zahnspachtel / Zahnkelle

Fliesen-Glossar

Der Zahnspachtel – in der Praxis auch Zahnkelle genannt – gehört zu den unverzichtbaren Grundwerkzeugen im Fliesenlegerhandwerk. Mit seiner gezahnten Arbeitskante sorgt er dafür, dass Fliesenkleber oder Dünnbettmörtel in definierten, gleichmäßigen Rippen auf den Untergrund aufgetragen wird. Welche Zahnung dabei die richtige ist, hängt von mehreren Faktoren ab – und die Wahl des falschen Werkzeugs ist einer der häufigsten Gründe für mangelhafte Verklebungen.

Aufbau und Funktionsprinzip

Ein Zahnspachtel besteht aus einem flachen Blatt – meist aus Federstahl oder Kunststoff – mit einem geraden Rücken und einer gezahnten Arbeitskante. Die Zähne sind in gleichmäßigen Abständen eingekerbt und erzeugen beim Abziehen des Klebers parallele Rippenwülste mit definierten Zwischenräumen. Wenn die Fliese anschließend eingedrückt und leicht verschoben wird, fließen diese Rippen zusammen und bilden im Idealfall eine vollflächige, blasenfreie Kleberschicht. Genau dieser vollflächige Verbund ist nach DIN 18157 (Ausführung keramischer Bekleidungen im Dünnbettverfahren) gefordert und sicherheitstechnisch entscheidend – besonders bei Wandfliesen in Nassbereichen oder großformatigen Bodenfliesen.

Der Griff ist je nach Modell als Stielgriff oder als ergonomischer Handgriff ausgeführt. Für großflächige Verlegungen auf dem Boden empfehlen sich Ausführungen mit langem Stiel, um rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen.

Zahnformen und Zahngrößen

In der Praxis unterscheidet man vor allem drei Zahnformen, die jeweils unterschiedliche Kleberbettprofile erzeugen:

  • V-Zahnung: spitz zulaufende Zähne, erzeugt schmale Rippen – geeignet für kleinformatige Fliesen und glatte Untergründe
  • U-Zahnung (Rundkerbung): runde Zahnform, erzeugt ein voluminöseres Kleberbett – häufig bei mittelgroßen Formaten eingesetzt
  • Trapez- oder Quadratzahnung: breite, flache Zähne mit großem Querschnitt – Standard bei großformatigen Fliesen ab etwa 30 x 30 cm aufwärts sowie bei unebenen Untergründen

Die Zahngröße wird in Millimetern angegeben und beschreibt Zahnhöhe sowie Zahnabstand. Als Faustregel gilt: Je größer das Fliesenformat und je unruhiger der Untergrund, desto größer muss die Zahnung gewählt werden. Bei großformatigen Fliesen ab 60 x 60 cm wird zudem häufig das sogenannte Buttering-Floating-Verfahren angewendet, bei dem der Kleber sowohl auf den Untergrund als auch auf die Fliesenrückseite aufgezogen wird – auch dabei ist der Zahnspachtel das zentrale Werkzeug.

Worauf in der Praxis zu achten ist

Ein häufiger Fehler ist das Arbeiten mit einem zu kleinen Zahnspachtel, um Kleber zu sparen. Das Ergebnis sind Hohlstellen unter der Fliese, die langfristig zu Rissen, Abplatzungen oder eindringendem Wasser führen. Ebenso problematisch ist ein zu flacher Anstellwinkel beim Abziehen: Der Zahnspachtel sollte in einem Winkel von etwa 45 bis 60 Grad geführt werden, damit die Rippen die volle Höhe erreichen. Verhärtete Kleberreste an den Zähnen verfälschen das Kammprofile und sollten nach jeder Anwendung gründlich entfernt werden. Wer regelmäßig mit aggressiven Mörteln arbeitet, greift besser zu Edelstahlausführungen, die korrosionsbeständiger sind als einfacher Baustahl.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Zahnspachtel und Zahnkelle?

Beide Begriffe bezeichnen dasselbe Werkzeug – die Bezeichnung variiert je nach Region oder Hersteller. In der Fachsprache ist Zahnspachtel die gebräuchlichere Bezeichnung, während Zahnkelle eher im süddeutschen Raum verwendet wird.

Welche Zahnung brauche ich für großformatige Fliesen?

Für Fliesen ab etwa 60 x 60 cm empfiehlt sich eine Trapez- oder Quadratzahnung mit mindestens 10 bis 12 mm Zahnhöhe. Zusätzlich sollte beim Großformat das Buttering-Floating-Verfahren angewendet werden, um den geforderten vollflächigen Verbund sicher zu erreichen.

Warum entstehen Hohlstellen unter Fliesen trotz Zahnspachtel?

Hohlstellen entstehen meist durch eine zu kleine Zahnung, einen zu flachen Anstellwinkel beim Abziehen oder das Austrocknen der Kleberrippen vor dem Einlegen der Fliese. Auch ein verschmutzter oder abgenutzter Zahnspachtel kann das Kleberbett negativ beeinflussen.

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